Ergebnis der HF-Messungen bei der Senderwanderung in Kirchzell

Messungen durchgeführt am Samstag den 01.02.2003 von 15:00 Uhr bis 17:00 Uhr.
Messgerät: HF-Strahlungsdetektor PDM-2 der Fa.ROM-Elektronik,

Messbereich 500 MHz bis 3,0 GHz

   Text aus Bote vom Untermain vom 4.2.2003:

   Mobilfunkwellen belasten Kirchzell

   Messtechniker Walter Friedel stellt höhere Werte als vor drei Jahren fest

Kirchzell. Höhere Belastungen
durch Mobilfunkwellen als im Jahr
2000 ergaben die Messungen während
der »Senderwanderung« am Samstag-
nachmittag. Die Freien Wähler und die
Bürgerinitiative »Gesunde Zukunft«
hatten zu dieser Aktion aufgerufen. Die
größte Belastung stellte Walter Friedel
(baubiologischer Messtechniker) im
Bereich "Sand« fest.


Rund 20 Personen trafen sich am Sams-
tagnachmittag in Kirchzell zur ersten
»Senderwanderung«. Gemeinsam wollten
sie feststellen, wie sich die Belastungen
durch Mobilfunkwellen in Kirchzell seit
den ersten Messungen im Jahr 2000 durch
den Sachverständigen für elektromagnetsche Umweltverträglichkeit, Wulf-Dietrich Rose, verändert haben.

Auch Kreisrätin Marliese Klappenberger-Thiel (FW), Vorsitzende der Aktionsgemeinschaft »Handycap-Mil« (Dachverband aller Bürgerinitiativen gegen Mobilfunksendeanlagen in Wohngebieten im
Landkreis Miltenberg) war daher in die
Odenwaldgemeinde gekommen.

Roses Gutachten stammt vom 16. August 2000. Die Messungen erfolgten kurz nach Inbetriebnahme des Telekom-Senders auf dem Anwesen Lehmann. Der Sender auf dem Aussiedlerhof wurde erst später in-
stalliert. Am Samstag war Walter Friedel
(Baubiologischer Messtechniker) für die
Messungen verantwortlich. Friedel betonte zu Beginn, dass er mit dem gleichen hochwertigen Messgerät wie Rose arbeite, um vergleichbare Ergebnisse zu bekommen. Rudolf Grimm, Vorsitzender der Freien Wähler Kirchzell, wies darauf hin, dass mittelfristig die Installierung weiterer
Senderanlagen aller großen Mobilfuilkfirmen in Kirchzell zu erwarten seien. Dem widersprach Bürgermeister Ludwig Scheurich, der ebenfalls beim Start der »Senderwanderung« anwesend war. Nach
Aussagen von Vertretern der vier größten
Mobilfunkbetreiber seien bis 2005 keine weiteren Sendeanlagen in Kirchzell geplant, betonte Scheurich
An der Wanderung selbst nahm Scheurich nicht teil. Nur bei den Messungen im Kindergarten und in der Schule begleitete er die Gruppe interessierter Bürger. Er bat



Höhere Belastungen durch Mobilfunkwellen seit der letzten Messung im
Jahr 2000 ergab die »Senderwanderung« der Freien Wähler der Bürger-
initiative »Gesunde Zukunft« in Kirchzell. Im Kindergarten etwa stellte
Walter Friedel (Baubiologischer Messtechniker) einen neunmal höheren
Wert fest. Die Grenzwerte wurden aber bei weitem nicht überschritten.

Foto: Sven Wostl

aber die Verantwortlichen, die Gemeinde- verwaltung zu informieren, falls die Messungen zu relevanten Ergebnissen führten. Tatsächlich unterscheiden sich die am
Samstag erstellten Messungen teilweise
enorm von denen aus dem Jahr 2000. So
wurde etwa im Kindergarten ein neunmal
höherer Wert im Vergleich zu 2000 gemessen. Das Messgerät zeigte 9090 Nanowatt
pro Quadratmeter an {Rose maß noch
1000). Auch in der Volksschule war der
Wert neunmal höher {9930 Nanowatt im
Vergleich zu unter 1000). Der offizielle
Grenzwert von zehn Watt pro Quadratmeter wurden allerdings an keinem der Messpunkte in Kirchzell überschritten. Allerdings ist der Grenzwert bei Fachleuten umstritten. Auch die Aktions- gemeinschaft »Handycap-Mil« fordert eine Reduzierung der Grenzwerte.

Die stärkste Belastung durch Mobilfunkwellen ermittelte Friedel im »Sand«
166000 Nanowatt {2000 waren es 124000),
in der Flurstraße 70000 Nanowatt {2000

waren es 10 000) und am Geisberg
68 000 Nanowatt (alte Messung: 18000 Nanowatt). Bei der Messung im Kindergarten gab es noch eine weitere interessante Erkenntnis für die Teilnehmer der »Senderwanderung«: die hohe Belastung durch ein DECT-Telefon  (drahtloses Festnetztelefon). Schon das Stecken des Stromkabels des DECT- Telefons in die Steckdose erhöhte die Belastung um das Hundertfache.
Die Messungen ergaben ohne DECT-
Tele
fon 9930 Nanowatt pro Quadratmeter und mit über 100000.

Bei der Diskussionsrunde im Anschluss an die Wanderung im Gasthaus »Zum Hirschen« zeigte Walter Friedel Möglichkeiten verschiedener Abschirmmaterialien auf. So erwirken bestimmte Gardinen und Tapeten eine Abschirmung von bis zu 90 Prozent der Belastung.  Laut Friedel gibt es auch eine Art Baldachin (vergleichbar mit
einem Moskitonetz) für das Bett. bei dem eine Abschirmung von über 95 Prozent erreichbar sei.

     

 

Messung im Kindergarten:  "Tigergruppe" im EG 100 µW/m2

9,09 W/m2
Extrem hoher Wert, bedingt durch DECT - Telefon im EG

Wert ohne DECT-Telefon
Messung im Kindergarten:  "Tigerentengruppe" im EG 0,048 µW/m2  
Messung im Kindergarten:  "Bärengruppe"  im OG 1,50 µW/m2  
Messung im Kindergarten:  Bällebad im OG 32,80 µW/m2

4,47 µW/m2
Extrem hoher Wert, bedingt durch DECT - Telefon im EG

Wert ohne DECT-Telefon

Messung Kindergarten aussen

7,48 µW/m2

 

Messung in der Schule: Computerraum

2,80 µW/m2

 

Messung an der Schule: Pausenhof

9,93 µW/m2

 

Messung in den Streitäckern

44,30 µW/m2

 

Messung im Raiffeisenring

19,60 µW/m2

 

Messung im Sandweg

7,61 µW/m2

 

Messung am Spielplatz im Sand

90,10 µW/m2

 

Messung im Sand

166,00 µW/m2

 

Messung im Steinig

41,30 µW/m2

 

Messung am Sonnenhang

67,40 µW/m2

 

Messung in der Flurstrasse

34,90 µW/m2